Die Schlagermafia, zwei spritzig freche Jungs haben sich zum Schlager bekannt und statieren freimütig entgegen vielen Unkenrufen: Schlager hören fetzt! Getreu diesem Motto und mit allerlei Unkonventionellem im Gepäck sind sie seit einigen Jahren im Schlagergeschäft unterwegs. Hithaus.de hat sich mit den Jungs unterhalten und Folgendes dabei herausgefunden:
Hithaus: Die Schlagermafia, der Verdacht liegt nahe, dass sich dieser Name aus der Zusammensetzung Ihrer Künstlernamen ergeben hat. Stimmt das?
Die Schlagermafia: Ja, das könnte man denken, es ist aber eher andersrum. Zuerst gab es den Projektnamen: Die Schlagermafia. Erst dann sind im Laufe der Zeit aus Ableitung unserer Vornamen Jan und Tom die skurrilen Figuren „Joost“ und „Torben“ entstanden. Dazu gab es dann jeweils noch einen Nachnamen nämlich Schlager und Mafia. Und so heißen wir nun Joost Schlager und Torben Mafia. Wenn wir einen guten Tag haben, reden wir uns aber gern auch mal mit Törben und Jööst an…;-)
Hithaus: Was für ein Konzept steckt hinter „Der Schlagermafia“?
Die Schlagermafia: Wir haben uns gefragt: Wie können wir bei Frauen Erfolg haben? Die Antwort: Wir müssen uns verkleiden…! Nein, mal halbwegs im Ernst: Wir wollen der durchaus Schwiegermutter - liken Musiksparte Schlager ein wenig zu positiverem Image verhelfen. (mal ausgenommen, wie Schlagerfans das sehen) Unsere Erfahrung ist, wenn die Leute das Wort „Schlager“ hören, dann denken sie zuerst immer an verweichlichte Liebestexte und Interpreten, die diesem Text dann noch das dementsprechende Schlagereske Gesicht geben. Wir wollen zeigen ,dass Schlager und besonders Party-Schlager, wie wir ihn in unseren Shows machen, mehr sein kann, als das. Schlager ist immer und überall ein Garant für gute Laune und gehört zu fast jeder Party dazu.
Auch junge Leute kennen noch immer, oder mittlerweile wieder die Texte, beispielsweise von Roland Kaiser. Das freut uns und zeigt uns, dass wir mit unserer Idee den richtigen Weg eingeschlagen haben. Unser Bestreben ist es immer und überall, egal ob Teeni-Disco oder Schunkelparty im Bierzelt, gute Laune zu verbreiten und zu zeigen, dass man mit Schlager genau das erreichen kann.
Hithaus: Das Outfit der Schlagermafia erinnert an Elvis Presly, oder auch an die Blues Brothers. Warum haben Sie einen derart altmodischen Style gewählt?
Die Schlagermafia: Gegen den Elvisvergleich kommen wir auf Grund der Frisuren wohl nicht mehr an (obgleich Elvis die Haare nie so schön hatte) Der Blues Brother Vergleich ist auch berechtigt, auf Grund unserer Brillen. Die C&A Anzüge für jeweils 59,-€ sind jedoch Top Modern! Darauf legen wir viel Wert.Das Outfit entsprang aus einer Vision heraus, die Joost hatte. Mit wem auch immer man uns aber letztendlich auch assoziiert, wir geben uns durch unsere frechen Auftritte die entsprechende Eigennote. Übrigens nicht nur Fans und Zuschauer, sondern selbst Kollegen und Prominente (z.B. gerade erst beim ECHO) wollen Fotos mit uns machen. Und das, obwohl die sich ja sonst nicht unbedingt die Blöße geben. Die Outfit-Kombination scheint also seine Wirkung nicht zu verfehlen.
Hithaus: Hat der Kleidungsstil auch etwas mit Ihrer Musik zu tun?
Die Schlagermafia: Nein, eher nicht. Er ist unsere Kennung und unser Markenzeichen Die Leute erinnern sich an uns, wenn sie uns mal gesehen haben oder von uns gehört haben, das ist auch das Ziel.
Hithaus: Sie haben aktuell Anfang des Monats eine neue Single heraus gebracht. Was ist das für ein Produkt? Wo kann man Ihre Platten kaufen?
Die Schlagermafia: Unsere neue Single ist ein Gruß an unsere Ex-Freundinnen mit dem Titel: „Hey Du, Ich Find Dich Doof“. Zu kaufen gibt es sie in allen gängigen Downloadportalen. Man muss aber dazu sagen, dass unsere eigenen Titel eher nach Mallorca Musik klingen, als nach Schlager im herkömmlichen Sinne. Wir werden deshalb im Mai auch wieder dort sein und diese Single auf Mallorca promoten.
Unsere erste Single für alle gescheiterten Casting Kandidaten im Deutschen Fernsehen mit dem Titel:„Ich Bin Nichts & Ich Kann Nichts“ gibt es aber auch als Maxi CD und ist auf diversen Party Samplern zu finden.
Hithaus: Kann man Ihre Songs auch downloaden? Wenn ja, wo gibt es die Möglichkeit Ihre Musik legal down zu loaden?
Die Schlagermafia: Schön, dass Sie nach legalen Portalen fragen…;-)
Ja, kann man natürlich. In allen relevanten Downloadportalen.
Hithaus: Mafiosi einmal real zu Gesicht zu bekommen, ist normaler Weise recht schwierig. Kann man die Mafia der Schlagerszene live erleben? Wo treten Sie demnächst auf?
Die Schlagermafia: Dafür, dass die Mafia eigentlich so abstinent sein sollte, kann man uns sogar ziemlich oft sehen. Fast jede Woche eigentlich. In nächster Zeit aber, wie schon erwähnt auf Mallorca. Dort werden wir in der Woche vor Pfingsten sein. Außerdem im Mai beim Hafengeburtstag in Hamburg und z.B. auf einem Radiosender Event zusammen mit Roland Kaiser in Schwerin. Die vielen anderen Termine sind auf unserer Homepage aktuell aufgeführt.
Hithaus: Gehen Sie beiden nur beruflich gemeinsame Wege, oder gibt es auch im Privaten Gemeinsamkeiten?
Die Schlagermafia: Wir sind gute Kumpels und Kollegen, aber da wir nicht in der selben Stadt wohnen, sehen wir uns eigentlich fast nur im Mafiosi Dress.
Unsere größte Gemeinsamkeit ist da eher, dass wir beide verrückt genug sind, so was zu machen und diese Musik lieben.
Hithaus: Was haben Sie für Erfahrungen mit der Vereinbarkeit von Showbussiness und Liebesbeziehungen gemacht?
Die Schlagermafia: Jaja, das ist (war) nicht immer einfach. Wir mussten unsere Frauen dahingehend erst ein wenig erziehen. Sie mussten einsehen, dass ihre Männer nicht um 16 Uhr nach Hause kommen und den gemeinsamen Fernsehabend einläuten, sondern dass wir nun mal dann arbeiten, wenn andere frei haben oder feiern gehen: also am Wochenende, an Feiertagen und Nachts.
Mittlerweile ist das aber kein Thema mehr und sie finden das alles furchtbar spannend. Dieses Problem der Vereinbarkeit und Akzeptanz durch den Partner, kennt wohl aber jeder Musiker und Künstler.
Hithaus: Welches Ereignis ist Ihnen im Zuge Ihrer musikalischen Laufbahn am besten in Erinnerung geblieben?
Die Schlagermafia: Och da gib es sehr viele. Wir machen das ja schon einige Jahre. Torben sang ne` Zeit lang im Gospelchor und in einer Boygroup und brachte die Mädels zum weinen. Joost war Frontmann in einem Pop Projekt und war mal Vorband von N`SYNC. Für einen damals 18-jährigen war das gar nicht so unerheblich. Auch einige TV Auftritte sind sicher in besonderer Erinnerung geblieben. Zum Beispiel fuhr ich (Joost) im damaligen Projekt mit unseren Sängerinnen für eine RTL2 Reportage per Lotus und Ferrari (meiner damaligen Produzenten) zum Auftritt. Jahre später fragten mich die Leute noch immer, ob ich den Lotus noch fahre. Da zeigt sich immer, welche Manipulationsmacht Medien haben.
Hithaus: Wenn man Ihre Hompage www.schlagermafia.de besucht, so fällt besonders auf, dass Sie sehr deutlich machen, dass Sie überhaupt keine Hemmungen haben und sehr von sich überzeugt sind. „…eines Acts, nach dem niemand auch nur je gefragt hat und den die Welt eigentlich nicht braucht … Getreu dem Motto „Ich Bin Nichts & Ich Kann Nichts“ …“ Diese Haltung ist sehr erfrischend und ehrlich. Wie kommt es dazu? Findet man dieses Konzept in Ihren Liedern wieder?
Die Schlagermafia: Hemmungen sollte eh man nicht haben, sonst kann man das nicht glaubwürdig und dann auch noch für Geld machen. Es gibt heutzutage Alles für Jeden, jeden Anlass und jeden Geschmack. Warum sollten wir uns also selbst für einzigartig, unfehlbar und nicht auch austauschbar halten?
Jeder ist heute ersetzbar, wenn man das verinnerlicht hat, lebt man wesentlich entspannter. Die Selbstironie ist deshalb durchaus beabsichtigt und ist ein kleiner Wink an manche Möchtegerns, die sich für den Nabel der Welt halten und sich als Zentrum allen Seins betrachten. Sich besser darstellen, als man ist, seine Fehler und Schwächen verbergen, alles was man macht beschönigen, immer gut dastehen und dabei andere schlecht machen, das ist typisch für das heutige Business.
Wir als Schlagermafia sind da entspannter, nehmen uns nicht so wichtig und stellen uns schonmal gleich selbst an die Wand oder legen uns als Ball auf den Elfmeterpunkt. Meistens macht es dann nur noch halb so viel Spass gegen uns zu schießen. Wir sind mit dem Motto: „Mögt uns oder hasst uns – es macht uns nichts aus“ bisher sehr gut gefahren. Jürgen Drews hat uns bei gemeinsamen Auftritten im letzten Jahr darin übrigens sehr bestätigt.
Hithaus: Welche „Erfrischung“ oder Veränderung halten Sie im Bereich des deutschen Schlagers für nötig – einmal abgesehen davon, dass Sie sicherlich von Ihrer Musik überzeugt sind?
Die Schlagermafia: Erfrischung und Veränderung gab es immer und wird es immer geben. Der Hörer und Fan und letztendlich Konsument von Schlagermusik entscheidet das aber im Endeffekt ganz allein, egal was man ihm an innovativem Zeugs vorsetzt.
Solange alte Kamellen, wie wir sie singen gut ankommen und es auch immer wieder mal neue Songs schaffen, die Leute zu begeistern, können doch alle glücklich und zufrieden sein. Allen kann man es eh nicht recht machen. Auf Grund der demographischen Entwicklung wird sich diese Musikrichtung aber sicher noch lange behaupten und es wird weiterhin einen Markt dafür geben.
Hithaus: Alle Welt schaut derzeit nach Berlin zum Eisbärenbaby „Knut“. Haben harte Mafiosi, wie die Schlagermafia ein Herz für Eisbärenbabies? Was sagen Sie zu den vielfältigen Musikwerken, die in jüngster Vergangenheit über das Eisbärenbaby „Knut“ geschrieben werden? Finden Sie es gut, über derart aktuelle Themen Musik zu machen?
Die Schlagermafia: Klar haben wir ein Herz für Knuti. So harte Jungs sind wir ja auch gar nicht. Aber erstmal, Kompliment an den Marketing Menschen des Berliner Zoos für diese einzigartige Kampagne!
„Knut“ erst einschläfern zu wollen und damit 400 Journalisten im Zoo, beim ersten Freigangs des Bären eine Story aufzudrücken und für so eine Präsenz zu sorgen, ist eine marketingtechnische Glanzleistung. Da wo wir herkommen wurden im Zoo schon so viele Eisbären geboren, (u.a. Knuts Mutter ) dass der Zoo mittlerweile führend im europäischen Eisbärenzuchtprogramm ist. Nur hat das außer die regionale Zeitung niemanden interessiert.
Ein Paradebeispiel, was es ausmacht, gute PR Berater und die Medien auf seiner Seite zu haben…!!! Übrigens 1:1 umsetzbar auch auf die Musikwelt…(z.B. „Ein Stern“ jetzt gepowert durch DJ Ötzi und 2 Jahre vergeblich versucht von Nic P. ) Das sagt alles. Ein Lied würden wir aber deshalb nicht zwangsläufig über Knut machen.
Es erscheint uns irgendwie abgedroschen, über jede Schlagzeile im TV, oder jeden Buttonschnipsel der bei Stefan Raab erscheint, am nächsten Tag ein Lied zu veröffentlichen. Wer es mag und die Zeit dafür hat, soll es aber machen. So wird die Welt bunter! Auch wenn das, so wie uns eigentlich niemand braucht.
Hithaus bedankt sich herzlich bei der Gruppe Die Schlagermafia für das Interview und wünscht Ihnen alles Gute und viel Erfolg.