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Schmitti - Ein Oberstudienrat im Party-Fieber

Von Irina Heidkamp

SchmittiSchmitti, das ist ein Grenzgänger. Abseits vom manchmal durchaus bissigen Erfolgsstreben anderer sucht Schmitti vor allem die Freude in der Musik. Mancher belächelt ihn, andere begeistert er gerade mit seiner unbeschwerten Leichtigkeit. Hithaus hat sich mit Schmitti über Sinn und Unsinn des Partygeschäfts unterhalten und hinter der Fassade des „Kunst-Spinners“ einen ernsthaften Menschen entdeckt:

Hithaus: Schmitti, was die wenigsten wissen, oder vermuten würden, ist,dass Sie eine solide, klassische Ausbildung im Bereich der Kunst besitzen. Sie haben 1970 die Schule mit Abitur abgeschlossen und anschließend Bildende Kunst studiert, unterrichten seit Jahren an einem Gymnasium in der Eifel das Fach Kunst als Oberstudienrat. Wie kommt jemand von der klassischen Kunst zur seichten Unterhaltungsmusik, dem Party-Schlager?

Schmitti: Das ist richtig. Ich habe ein Kunststudium u.a. bei Joseph Beuys an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf als Meisterschüler und mit zwei Staatsexamen absolviert.- Ich komme aus einer Musikerfamilie. Mein Vater war Soloposaunist beim WDR, meine Mutter spielte gut Klavier und einer meiner Brüder ist Professor für Musik an der Uni Braunschweig. Ich selbst habe als Kind Geige spielen gelernt. Allerdings habe ich die Familienmitglieder damit eher über Jahre gequält als erfreut. Es lag aber scheinbar im Blut, dass ich
irgendwann etwas mit Musik mache, allerdings hat mir ernste Musik, wie sie mein Vater und mein Bruder betrieben bzw. betreiben, nie richtig Spaß gemacht.

Hithaus: Haben Sie als Künstler Schmitti ein besonderes Motto oder Motiv?

Schmitti: Ein Motto habe ich nicht. Ich möchte einfach Lieder singen, die den Leuten gefallen.

Hithaus: Will der Künstler Schmitti mit seinem Gesang eine Botschaft transportieren, wie das oft in der klassischen Kunst der Fall ist?

Schmitti: Meine einzige Botschaft als Sänger ist: “Habt Spaß!” -Wie kann man mit einem Titel wie “Wooly Bully” oder “Hot Dog” ernsthaft eine Botschaft transportieren? Das beschränke ich dann doch lieber auf meine Malerei. Wer bei mir Interesse an einer Botschaft hat, der sollte sich einfach mal auf meiner Seite http://www.kuenstlerisch.de umschauen.

Hithaus: Ihre letzte Single “Volle Pulle - Wooly Bully” haben Sie Ende 2006 fertiggestellt. Es handelt sich hier um eine Coverversion des Welthits “Wooly Bully” von Sam The Sham and The Pharaohs. Es hatte hier im Vorfeld Schwierigkeiten, Diskussionen um die Genehmigung einer Coverversion und Werkveränderung gegeben. Haben Sie in der Zwischenzeit die notwendigen Genehmigungen einholen können?

Schmitti: Es gab im Vorfeld weder Schwierigkeiten noch Diskussionen um die Coverversion. Wäre ja auch traurig. Wenn das so ein großes Problem wäre, würde ja keiner der Sänger wie z.B. DJ Ötzi noch eine Coverversion singen und der tut das ständig. Etwas schwierig ist es manchmal an die richtigen Leute ran zu kommen. Man hat sich aber drauf geeinigt, dass der Titel “Wooly Bully” auf jeden Fall auf der CD als Haupttitel erscheinen muss. Das war kein Problem für mich.

Hithaus: Kennen Ihre Schüler Sie auch als “Schmitti”, oder nur als Oberstudienrat? Wie reagieren Schüler auf ihre lustige Nebenbeschäftigung?

Schmitti: Durch meine “lustige Nebenbeschäftigung” wie Sie es formulieren, habe ich den Schülern schon viel Spaß bereitet. So trete ich z.B., soweit es mein Terminplan zulässt, regelmäßig Weiberfastnacht bei uns in der Schule auf. Ich bin sehr froh, dass meine Schüler mich nicht nur als ernsthaften und Leistung einfordernden Lehrer und Künstler kennen, sondern auch als Spaßmacher.

Hithaus: Wie sieht Ihre Tätigkeit als Künstler der Party-Schlager Szene konkret aus?

Schmitti: Man kann mich nicht mit solchen Leuten wie DJ Ötzi oder Mickie Krause vergleichen. Ich bin ja auch gegen deren Bekanntheitsgrad ein kleiner Wicht. Ich will auch weder ein Partylöwe noch ein Mallorkakönig werden. Das wäre das letzte. Ich suche mir meine Veranstaltungen, auf denen ich auftreten
möchte, sehr genau aus. Da ich durch meinen Beruf finanziell unabhängig bin, kann ich mir das Gott sei Dank erlauben. Meine Auftritte sind natürlich überwiegend in der Karnevalszeit und ab und zu auch auf größeren Partys oder Stadtfesten.

Hithaus: Welche Ziel möchten Sie als Künstler in der Musikbranche erreichen?

Schmitti: Diese Frage erübrigt sich fast durch die vorherige Antwort. Ehrlich gesagt, ist mir das völlig egal. Was diese Art von Musik anbetrifft, habe ich mit Sicherheit keine Ambitionen, meine Nerven aufzureiben. Das Geschäft ist schwer genug. Das überlasse ich dann lieber anderen, Ich werde meine Auftritte so lange machen wie ich und besonders meine Zuhörer Spaß daran haben. Das ist mir das Wichtigste. Wenn ich merke, das funktioniert nicht mehr, trete ich ab. So einfach ist das. Ich habe ja, wie Sie wissen, noch andere wichtigere Dinge , die mich beschäftigen.

Hithaus: Gibt es schon einen Schmitti-Fanclub? Oder eine eigene Homepage?

Schmitti: Es gibt mittlerweile einige Homepages im Internet, die sich mit mir befassen. Meine wichtigste Seite ist http://www.schmitti.de.tt . Hier gibt es u.a. auch einen Fan-Shop, eine tolle Fotoseite, ein Gästebuch und ein Kontaktformular, über das man Anfragen an mich richten kann.

Hithaus: Kann man Ihre Songs auch downloaden? Wenn ja, wo gibt es die Möglichkeit Ihre Musik legal down zu loaden?

Schmitti: Ich hatte dazu schon mehrere Anfragen. Nein, ich möchte das grundsätzlich nicht. Es gibt leider schon genug illegale Portale, wo man meine Musik findet. Ich möchte, dass man meine CD in Händen hält, in den Player einlegt und sich das Cover anschauen kann. Da bin ich vielleicht konservativ.

Hithaus: Haben Sie für Ihr neues Produkt “Volle-Pulle - Wooly Bully” eine Veröffentlichung eines Tonträgers über den Handel geplant?

Schmitti: Die CD ist vor kurzem im Handel erschienen und kann z.B. bei www.amazon.de oder www.alphamusic.de erworben werden. (Label: MK LC 14284, ASIN:B000KF0QZY). Wie man bei den vielen positiven Rezensionen sieht, kommt der Song bei meinen Fans super an. ( Mini Monika: “Ich denke, dass das Erfolgsrezept von Schmitti ist, einfach “Happy-Songs” zu singen… Und ob
die Songs nun gecovert sind oder nicht, wen interessiert das? Viele junge Leute kennen doch die original Songs gar nicht mehr. Ich persönlich bin seit “Let`s Rock” ein Riesen-Fan von Schmitti.”) Momentan liege ich auch in den User-Voting-Charts der verschiedensten Radio Sender im Internet gut im
Rennen, sogar in Österreich.

Hithaus: Wo und Wann kann man Sie live erleben?

Schmitti: Besonders im Karneval und auf größeren Partys kann man mich mit
Kurzauftritten live erleben. Anfang 2008 trete ich z.B. in Belgien, Aachen
und Krefeld auf.

Hithaus: Künstler aus jedem Bereich sind oftmals auch Rebellen. Was halten Sie von den derzeitigen Ausschreitungen rund um den G-8 Gipfel?

Schmitti: Das Programm des G8 Gipfels ist voll gepackt mit wichtigen Themen: z.B Hilfe für Afrika, besserer Schutz für geistiges Eigentum, stabiles Wirtschaftswachstum und Klimaschutz. Es wird leider, so befürchte ich, auch diesmal nicht viel erreicht werden, weil der Egoismus einiger Länder für ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen zu groß ist. Wenn man Kosten und Nutzen gegenüberstellt, wird das Ergebnis eher düster sein. Trotzdem glaube ich, dass der “große Dialog” zwischen den einzelnen Ländern weiterhin äußerst wichtig ist. Ich kann den Unmut der Globalisierungsgegner gut nachvollziehen und der Protest ist auch wichtig, um den Mächtigen dieser Welt klar zu machen, dass es höchste Zeit ist, etwas gegen die Ungerechtigkeiten in unserer Welt zu unternehmen, wer jedoch zu Gewalt greift, macht Dialog unmöglich. Es ist doch traurig, wenn 16.000 Polizisten 100.000 Globalisierungsgegner in Schach halten müssen und viele Verletzte zu beklagen sind. Wenn ich im Fernsehen sehe, dass vermummte Globalisierungsgegner einen Parkscheinautomaten zerstören und hemmungslos über das Kleingeld herfallen, darf man wohl mit Recht an der Ernsthaftigkeit einiger Protestler zweifeln.

Hithaus: Vor was haben Sie in der Zukunft Angst, was beschäftigt Sie ?

Schmitti: Ich habe Angst davor, dass die verantwortlichen Politiker zu spät erkennen, dass sie dringend etwas tun müssen z.B. gegen den Hunger und die Ungerechtigkeiten in der Welt, gegen Arbeitslosigkeit und für den Klimaschutz und dass dadurch das Leben und Überleben für alle Nachfahren undbesonders für unsere Kinder bedeutend schwieriger wird.

Hithaus: Was wünschen Sie sich für die Zukunft für die Welt?

Schmitti: Ich wünsche mir von Herzen, dass die Verantwortlichen dieser Welt endlich ihrer Verantwortung gegenüber allen Menschen dieser Welt gerecht werden.

Hithaus bedankt sich herzlich bei Schmitti für das Interview und wünscht Ihnen
alles Gute und viel Erfolg.

Artikel vom 1. Juli 2007

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