Norbert Schultze – Deutscher Komponist und Dirigent
Norbert Schultze wurde am 29. Januar 1911 in Braunschweig geboren. Sein bürgerlicher Name war Norbert Arnold Wilhelm Richard. Nach seinem Abitur studierte er in Köln und München Klavier, Dirigieren, Komponieren und in den Fächern Musik- und Theaterwissenschaften. Im Jahre 1930 trat er erstmals als Komponist in München in Erscheinung. In den kommenden Jahren hatte dieser Engagements als Schauspieler und als Kapellmeister in Darmstadt, München und Leipzig.
Bis 1936 arbeitete Norbert Schultze als Aufnahmeleiter der Telefunken GmbH. Danach wechselte dieser in den Berufsstand eines freien Komponisten für Bühne und Film.
Während der Zeit des Nationalsozialismus schrieb Schultze Kompositionen zu Soldaten- und Propagandaliedern. Beispiele dafür sind unter anderen der Marsch „Bomben auf Engeland“ und das weltberühmte „Lili Marleen“.
!940 trat dieser auf Anraten der NSDAP bei und heiratete 1943 die bulgarische Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin Iwa Wanja die ihm mehrere Libretti zu seinen Bühnenwerken schrieb.
Auch musste Schultze für den Propagandaminister Joseph Goebels tätig werden. So vertonte Schultze für diesen Stücke, wie „Von Finnland bis zum schwarzen Meer“, „Panzer rollen in Afrika vor“ oder „Bomben auf Engeland“. Auch lieferte er die Musik für den Durchhaltefilm der Propagandaabteilung „Kolberg“, die aus dem Kriegsdokumentarfilm „Feuertaufe“ stammte, einem Werk Schultzes.
Ganz besonderst dadurch, musste sich dieser als Nazi – Propagandist beschimpfen lassen.
Später kommentierte er dass mit den Worten, … „Wissen Sie, ich war damals im besten Soldatenalter. So um die 30. Für mich war die Alternative komponieren oder krepieren. Da habe ich mich für das Erstere entschieden.“ (Quelle: Braunschweiger Zeitung Spezialausgabe 1/ 2005)
Nach der Entnazifizierung wurde Schultze dann als „Mitläufer“ eingestuft und bekam seine Arbeitserlaubnis zurück. Dafür musste er nur eine „Verfahrensgebühr“ von 3000 DM bezahlen.
Sein größter Erfolg, war und bleibt die Melodie zu dem Gedicht von Hans Leip „Lili Marleen“. Dieses Lied wurde durch Lale Andersen 1939 bekannt. Weltberühmt wurde es aber ab 1941 durch den Soldatensender Belgrad, der dieses Lied an alle Fronten ausstrahlte. Dieses Lied wurde ein Stück Kriegsgeschichte des Zweiten Weltkrieges und zum ersten deutschen Millionenseller. Noch heute ist dieses an den Fronten der Kriege zu hören, aber auch steht es bei jedem Hörerwunschkonzert ganz Oben auf der Wunschliste.
Lili Marleen ist ein musikalischer Geschichtsepos geworden (siehe HH - Artikel Lili Marleen – Jahrhunderthit und Geschichtsepos).
Nach dem Krieg leitete er von 1953 bis 1968 einen eigenen Musikverlag und Bühnenvertrieb. Er schrieb weiterhin Opern und Operetten, Musicals, Ballette, Filmmusiken und Lieder. Sehr bekannt dürften dabei seine Kompositionen für die Bühnenwerke „Struwwelpeter“ und „Max und Moritz“ sein. Auf dem Gebiet der Oper dürfte ein Lied ganz besonders erfolgreich geworden sein, „Ach ich hab in meinem Herzen darinnen“ aus der Oper „Der schwarze Peter“.
Filmmusiken kamen für „Das Mädchen Rosemarie“, „U – 47 Kapitänleutnant Prien“, „Die Mädels vom Immenhof“ und viele andere mehr.
Im Jahre 1961 wurde dieser zum Präsidenten des Verbandes deutscher Bühnenschriftsteller und –komponisten gewählt und von 1973 bis 1991 war er Vorstandsmitglied im Deutschen Komponistenverband. Des Weiteren bekleidete noch weitere Ämter, so im GEMA – Aufsichtsrat und der GEMA – Sozialkasse.
Für seine Arbeit wurde dieser 1975 mit dem Paul – Lincke – Ring, 1980 mit der „Goldene Europa“ und 1996 mit dem GEMA – Ehrenring ausgezeichnet.
Am 14. Oktober 2002 starb Norbert Schultze in Bad Tölz. Testamentarisch hat er verfügt, dass alle Tantiemen für seine Werke von 1933 bis 1945 an das Deutsche Rote Kreuz gehen. Dies geschieht bis zum heutigen Tage so.
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