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Musikmesse in Cannes – Die CD verschwindet und die DVD bleibt!

Von Alexander Marcus

cannes_palaisAnlässlich der Musikmesse in Cannes veröffentlichte die französische Tonträgerindustrie ihre neusten Verkaufszahlen.

Laut dieser hat sich die Talfahrt der CD im Jahr 2007 stetig fortgesetzt. Allerdings spricht über den Untergang der CD zu einem Medium unter vielen kaum noch jemand.
Im Gegenteil, alle warten auf den großen Durchbruch im Online – Geschäft. Langsam geht es auf diesem Gebiet vorwärts. Die Major – Label haben mit dem Verzicht auf den verkaufshemmenden Kopierschutz (DRM) den ersten Schritt gemacht.
Die Copyright – Problematik wird zurzeit durch Juristen, Manager und Geschäftsführer am runden Tisch beraten. Dabei waren auch schon praktische Lösungen im Gespräch. Die Lösung kommt durch eine spezielle Software, so wie sie es das österreichische Unternehmen „rebe at.com“ in Cannes vorstellt.
Damit können nach Abschluss eines Vertrages Autoren ihre Musiktitel direkt in eine Datenbank einstellen, die wiederum mit allen führenden Musikportalen vernetzt ist. Die Tantiemen pro Download werden mittels eigener dafür eingerichteter Software direkt an diese zurück geführt.
Es ist ein Schritt in die richtige Richtung damit getan. Das bedeutet aber nicht, das jetzt Musikhörer, die kein Internet haben keine Musik mehr bekommen, nein für diese wird es auch wie bisher Tonträger (CDs) geben, genau so, wie es heute auch noch Schallplatten gibt.
Allerdings wurde in Cannes auch ein großes Problem angesprochen und dieses sieht wie folgt aus. Die europäischen Rundfunkanstalten diktierten bei ihren Musikproduktionen den Interpreten zunehmend unakzeptable Vertragsbedingungen, die eine totale Abtretung der Rechte an der Aufnahme zum Inhalt hätten. Durch den Programmaustausch würden diese Aufnahmen dann beliebig oft und abgeltungsfrei gesendet und dies zum absoluten  Nachteil nicht nur der Interpreten, sondern auch der um ihr Überleben kämpfenden unabhängigen CD - Labels, die gegen die mit allen Mitteln kämpfende mächtige Konkurrenz nicht mehr ankämen.

Aber und das muss mit einem großen Ausrufezeichen berichtet werden, die audiovisuelle Klassikproduktion expandiert!
Wer hier die Frage stellt, ob die DVD das nächste Medium ist, welches vom Internet „gefressen“ wird, der täuscht, denn zumindest im Klassiksegment stellt sich diese Frage nicht. Aus den Fachbereichen gab es dazu absolut keine negativen Äußerungen zu hören, nein ganz im Gegenteil. Trotz des schrittweisen Rückzuges der öffentlich – rechtlichen Fernsehanstalten als Kooperationspartner der Klassikproduktionen haben diese eine Zukunft. In die Lücke sind Sponsoren aus dem hochwertigen Home – Entertainment bereich eingesprungen und sorgen damit für ausreichend erstklassige DVD – Produktionen auf dem Gebiet der großen Klassik.
Dieser Einstieg in die DVD – Produktion hat zu einer Wechselwirkung aus dem gegenseitigen Nutzen von hochwertiger Audio – Home – Technik und einer gleichwertigen Tonträgerqualität geführt.
Somit kann der Klassikliebhaber weiterhin die im Kerngeschäft stehende Opernverfilmung genießen.
Die DVD bietet durch zahlreiche zusätzliche Angebote und auch neue Ton – und Schnitttechniken bisher ungeahnte Möglichkeiten, die dem Käufer absolut zufriedenstellen können.

Artikel vom 27. Februar 2008

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