„Jeanny“ – Eine invasive grandiose multimediale Popballade die zum Skandalepos gemacht wurde!
Es ist die Geschichte des größten deutschen Musikskandals aller Zeiten. Kein geringerer als der Sänger Falco hat diesen Titel gesungen.
Der Titel „Jeanny“ gehört zu einem Liederzyklus, der wenn man genau hinschaut eine Trilogie ist und erschien als 1. dieser im Jahr 1985. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass es noch mehrere fremd produzierte Versionen dessen gibt.
Der Titel erreichte Anfang 1986 in Österreich, der Schweiz und Deutschland Platz 1 der Charts.
Der Text und besonderst dessen sich darstellender Inhalt stellte eine mehrfach zu interpretierende Aussage dar, welche diesem zum Problem machen sollte.
Ganz besonders fiel den Kritikern dabei der eingebaute Newsflash mit dem damals sehr bekannten Nachrichtensprecher Wilhelm Wieben ins Auge.
Er berichtet: „In den letzten Monaten ist die Zahl der vermissten Personen dramatisch angestiegen. Die jüngste Veröffentlichung der lokalen Polizeibehörde berichtet von einem weiteren tragischen Fall. Es handelt sich um ein 19 - jähriges Mädchen, das zuletzt vor 14 Tagen gesehen wurde. Die Polizei schließt die Möglichkeit nicht aus, das es sich hier um ein Verbrechen handelt“.
Dieser unterstrich nach Aussagen der Kritiker die eklatante Gewaltverherrlichung der Straftat an einer 19 – jährigen Frau.
Durch die Platzierung auf Platz 1 geriet er in das Visier der Frauenvereine und Medienverantwortlichen. Somit riefen verschiedene Fraueninitiativen einen Boykott aus. Diesen folgten der Norddeutsche Rundfunk, der Sender Freies Berlin sowie der Bayerischer Rundfunk unter dem Hinweis auf, wie es nannten „ethischen Gründen“. Weitere Sender ließen diesen nur noch in den Hitparaden laufen. Auf dem Gebiet der DDR waren das Spielen und jegliche öffentliche Aufführung verboten.
Des Weiteren wurde die Indizierung des Titels als „Jugendgefährdend“ von der deutschen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften am 17. April 1986 abgelehnt.
Zu weiteren Boykottmaßnahmen kam es, als sich Dieter Kronzucker im „Heute – Journal“ des ZDF empört äußerte. Daraufhin setzten weitere Sender den Titel ab.
Ein Beweis, für die Problematik des Inhaltes lieferte Thomas Gottschalk in einem Zeitungskommentar, in dem er Falco ein „Wiener Würstchen, das Schwachsinn produziere“ nannte und weiter sagte, „Falcos Fieselton und die Latrinenansichten des Videos sind einfach zuviel verlangt“.
Eine sehr einseitige Kommentierung, die aber die Speziefik der damals vorherrschenden medialen Meinungsbildung zeigt. Keiner machte sich ernsthaft Gedanken über den Inhalt. Niemand betrachtete den Song in seiner inhaltlichen Gesamtheit.
Es wurde einfach eine Überreaktion der Medien indiziert und durch mediale „Musterfiguren“ legalisiert und kommentiert.
Der ganz einfach gezogene Vergleich mit Gewaltverbrechen der damaligen Zeit und in der deutschen Geschichte war so einfach, das aus heutiger Sicht, dies einen sehr Nachdenklich macht. Kein Gewaltverbrecher dieser Zeit hat so viel Aufregung verursacht, wie der Inhalt dieses Liedes. Dabei stellt sich eindeutig die Frage, hat Falco nicht ganz gezielt provozieren wollen, denn nicht selten liegen Liebe und Vergewaltigung auch mit dem Einschluss des Todes ganz nah beieinander und waren auch schon damals keine Einzelfälle der Gesellschaft.
Liebe und oder Vergewaltigung, das ist ein so schmaler Grad, der mit Äußerungen eines Herrn Gottschalk nicht zu realisieren und oder aus der Welt zu schaffen war.
Falco war es damit gelungen, eine eindeutige Polarisierung der Hörergemeinschaft zu erreichen. Er besang in seinem Song ein menschlich psychologisches Drama. Dies überforderte aber einen großen Teil der Gesellschaft. Allerdings lässt das dazu produzierte Video einem noch mehr darüber Nachdenken.
Es kam zur Boykottreaktion einer invasiv denkenden und handelnden Gesellschaft.
Falco, der am Anfang wegen Urlaubs Nichts von dem Rummel mitbekommen hatte, sagte nach seiner Rückkehr: “Man muss sich meines Erachtens nicht streiten, dass dieses Lied ein Liebeslied ist, das so konzipiert und durchgeführt wurde, sicherlich interpretierbar, aber ich glaube, dass diejenigen Leute, die wenigen Leute, diese Minderheit, die also meint hier ein eindeutig vorliegendes Gewaltverbrechen oder sonst irgendetwas drinnen erkennen zu müssen, einen wesentlich schaurigeren Geschmack haben als es im Sinne des Erfinders war!”
Möge man auch jetzt noch über den Inhalt diskutieren, so wird dieser durch „Jeanny Part 2“ entschärft. Jedenfalls wurde dies medial so verkauft und protegiert. Er erschien im Jahr 1986 auf der Single „Coming Home“ „Jeanny Part II, One Year Later“.
1990 kam das Album „Data de Groove“ mit de´m Song „Bar Minor 7/11 (Jeanny Dry)“ auf den Markt. Insider bezeichneten diesen als Seitenhieb auf die dritte Jeanny Version.
Diese wiederum erschien dann später mit dem Titel „Where Are You Now (Jeanny 3)“ zum herunterladen. Dabei handelt es sich aber nur um eine etwas geänderte Originalversion. „Jeanny 3“ enthält ein neues Newsflash. In diesem heißt es unter anderem, „… im Falle Jeanny, der vor Jahren großes bundesweites Interesse erregte, gibt es nach Auskunft der Polizei, neue Erkenntnisse“ und weiter „…die Polizei geht davon aus, das Jeanny noch lebt.“
Falco hat damit einen Liederzyklus hinterlassen, der einen sehr schwierigen Inhalt hervorragend transportierte und das nicht zuletzt durch einen ganz hervorragenden Sound. Ein Ballade mit doch offenen Ausgang. Ein grandioser Popsong eines vergangenen Jahrhunderts eingebettet in ein eigene Realität.
Mögen die sogenannten „Fachkritiker“ geifern, was das Zeug hält – Jeanny hat Musikgeschichte geschrieben und bewiesen, das Musik und im Besonderen auch in Deutsch gesungen ein Erfolg sein kann.
Es gab noch viele Versionen von „Jeanny“, so unter anderem von Frank Zander, Peter Orloff und die deutsche Band Reamonn zusammen mit Xavier Naidoo.
Die wohl schlechteste Version haben die „Schweizer Tenöre“ mit „Natascha“ in Anspielung auf das langjährige Entführungsopfer Natascha Kampusch produziert. Diese wurde komplett untersagt.
http://videos.dcrs-online.com/hithaus/geschichten/jeanny_story.flv
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