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Internetverbot für Raubkopierer und Tauschbörsennutzer – Die Musikindustrie vor dem „atomaren“ Rund

Von Alexander Marcus

raubkopiererDer Kampf gegen Raubkopierer und Musiktauschbörsen soll massiv verschärft werden.

Es sei hier ganz deutlich gesagt, das das Tauschen oder das illegale herunterladen von Musik aus dem Internet illegal ist und wer dies tut sich strafbar macht! Hierbei geht es um Verstöße gegen das Urheberrecht.

Die Musikindustrie klagt seit Jahren über erhebliche finanzielle Verluste durch diese unbefugte Musikbeschaffung im Netz. Der Kampf gegen Raubkopierer wurde seit Jahren immer mehr verschärft. War es an dessen Anfang das Digital Rights Management (DRM) System, welches sich als nicht sehr erfolgreich herausstellte, so sollen diesen Schutz nun die Netzbetreiber durchführen. Ganz einfach gesagt, wer Musik aus dem Internet kostenlos erwirbt oder tauscht, der fliegt vom Netz. Das bedeutet dem Täter wird der Internetzugang durch den Betreiber kostenpflichtig gesperrt und die Daten an die Ermittlungsbehörden weitergegeben.

Dies ist ein Ableger der Terrorismusbekämpfung im Internet. Die Musikindustrie hat die sehr erfolgreiche großflächige Überwachung des Internets in Bezug auf Terrorismus für sich entdeckt.

Aber es kommt noch schlimmer, denn dieser Industriezweig hat auch eine Lobby, und diese hat jetzt dafür gesorgt, dass der Vorschlag bei der EU in Brüssel auf dem Tisch liegt. Unterstützung kommt dabei aus Frankreich, denn der französische Staatspräsident Nikolas Sarkozy hat einen ähnlichen Gesetzentwurf soeben auf den Weg gebracht und diese dürfte laut Fachleuten auch der EU – Rat tun. In der EU liegt der Fall beim Kulturausschuss zur Diskussion.

Allerdings wird dieser dort für einiges Kopfzerbrechen sorgen, denn sowohl Bürgerrechtler, als auch der im Grundrecht verankerte freie Zutritt zum Netz stehen dem Vorschlag entgegen.

Die Bürgerrechtsorganisation „Electronic Frontier Group“ warnt sogar in einem Brief an die EU – Kommission ganz offiziell davor, da diese geplanten Maßnahmen im Netz mehr Schaden als Nutzen anrichten dürften.
Die Musikindustrie ist aber in diesem Punkt gespalten, denn eigene Mitglieder bezweifeln selbst den Erfolg dieser Maßnahmen im Kampf gegen Tauschbörsen und Raubkopierer. So halten die „Gegner“ im eigenen Laden, das Schaffen von preiswerten legalen Musikangeboten für besser.

Letzteres kann man aber auch bezweifeln, da durch die erhebliche Geldverknappung bei den Verbrauchern diese Problematik weiter verschärfen werden.

Alexander Marcus von Hithaus meint: Eines ist klar, die jetzigen Verantwortlichen der Musikbranche haben einen der wirtschaftlich erfolgreichsten Industriezweige in Deutschland mit zu Boden gerichtet. Immer häufiger kann man sehen, dass es den Firmen egal ist, ob diese Geld verdienen oder nicht. Wie sonst ist es zu erklären, das die Freigabe von Rechten für Tonträgerproduktionen abgelehnt werden.

Artikel vom 27. Februar 2008

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