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Ina Müller schnackt über ihr Leben

Von Christine Kroening

Ina Müller schnackt über ihr LebenIna Müller wuchs als vierte von fünf Töchtern einer Bauernfamilie in Köhlen/Niedersachsen auf. Sowohl ihrer Heimat, als auch der Thematik rund um den Bauernhof ist sie bis heute treu geblieben.

Sie hat die plattdeutsche Sprache wieder hoffähig gemacht, durch Solo-Projekte wie im NDR Hörfunk „Hör mal`n beten to“, oder durch ihre drei erschienenen Bücher, für die sie 2001 sogar den Literaturpreis der Stadt Kappeln bekam.

Eine feste Größe ist Ina beim NDR Fernsehen mit ihren Sendungen „Inas Norden“, „Land & Liebe“ und der Late Night Show „Inas Nacht“. Ebenso fulminant sind ihre musikalischen Fähigkeiten, die sie 2006 mit ihrem Album „Weiblich, Ledig 40“ unter Beweis stellte, und sogar für den Echo nominiert wurde. Was sie am Norden so liebt, welche Rolle sie am liebsten spielt und was das neue Album so besonders macht, das erzählte sie Hithaus in einem sehr lebendigem Interview.

Hithaus: Moin Ina, Sie drehen gerade wieder für neue Folgen Ihrer Sendung „Inas Norden“. Welche Regionen haben Sie dieses Mal bereist?

Ina Müller: Jo, das stimmt, ich komme gerade von der wunderschönen Insel Norderney, nach Sylt und Juist noch mit einbegriffen, echt mittlerweile meine Lieblingsinsel, und Ihr könnt Euch freuen auf 20 wirklich spannende Folgen, wobei die letzte uns nach München führt, also fernab vom Norden, aber laßt Euch überraschen! Ansonsten waren wir in Husum, total niedlich dort, hätte ich nie gedacht, dann kommt Darß, Rügen, Flensburger Bucht und na ja, man muss ja auch nicht alles verraten,oder? Was mir aber gerade so einfällt als neuesten Gag, vielleicht sollte ich mal ein Küstenparfüm entwickeln so mit Meeres-Rosen und Algenduft, wäre doch echt mal eine Überlegung wert, oder?! Ach, ich liebe diesen herrlichen Duft, habe ihn schon förmlich in der Nase…

Hithaus: Ist das nicht eher langweilig, so als Norddeutsche, die ihr Land ja kennt, dieses zu erkunden, oder überwiegt da doch der Stolz und das Heimatgefühl?

Ina Müller: Nee, überhaupt nicht! Wissen Sie, es ist doch so, dort wo man beheimatet ist kennt man sich doch am Wenigsten aus, so geht es mir jedenfalls. Ich wäre doch ohne die Sendung „Inas Norden“ niemals auf die Idee gekommen mal eben nach Husum zu fahren, dort einen Schäfer nach der frischen Luft zu befragen, oder wie oft man auf Norderney schwimmen geht, so als Einheimischer, die Antwort ist übrigens dann oftmals: Wie schwimmen, war ich die letzten acht Jahre nicht! Da wäre er wieder, der Beweis, in den eigenen vier Wänden kennt man sich am wenigsten aus. Außerdem ist das für mich Urlaub mit einem sehr netten Team, ich nenne es immer meine Sommerfamilie, denn wir klönen auch abends noch zusammen und sind uns nach all den Jahren immer noch nicht leid, tolle Sache!

Hithaus: Sie haben es ja geschafft das „Plattdeutsch“ wieder hoffähig zu machen, mit Liedern und Büchern. Wie erklären Sie sich diesen heimlichen Erfolg?

Ina Müller: Ich denke das ist einfach so passier,t wie so vieles bei mir. Da kann ich gar nichts dazu. Ich liebe halt den Dialekt und lebe ihn auch, das kam quasi so aus den Füßen heraus, vermittelt ja auch Heimatgefühl, ist einfach momentan auch so ein Modetrend, wie ich finde. Wenn man auch mal in den Süden schaut, dort wird doch mächtig mit Dialekt Pop Musik gearbeitet, und ich mach ja auch keine Folklore, das bin ich glaube ich einfach und das kommt an.

Hithaus: Durch Ihre Vielseitigkeit sind Sie ständig unterwegs, wie entspannen Sie sich?

Ina Müller: Na ja, in jedem Hotel gibt es ja diese herrlichen Wellnessbereiche, die ich dann schon nutze. Ich gehe dann gerne in die Sauna, schwitze dann mal eben zwei Wochen heraus, um mich auf die nächsten zwei kommenden Wochen wieder mental und körperlich einzustellen. Laufen gehört auch zu meinem Fitnessprogramm, nicht weil ich es besonders spannend finde, aber es befreit den Kopf ungemein für neue Aufgaben.

Hithaus: Welche Rolle liegt Ihnen besonders am Herzen, die der Moderatorin, Autorin oder doch der Sängerin?

Ina Müller: Och, ich glaube die Mischung macht es. Wenn ich gerade drehe, denke ich, wie schön, dass du bald wieder singen kannst, wenn ich singe freue ich mich schon bald moderieren zu dürfen. Also, alles hat seinen Reiz. Talkshows sind ja übrigens auch absolut mein Ding, wenn ich die netten Moderatoren kenne, dann freu ich mich echt darauf über Gott und die Welt zu quatschen, interessante Leute kennen zu lernen, und einfach Spaß zu haben. So manchen Auftritt sage ich dann allerdings auch schon mal ab, denn eine Überpräsenz wäre auch nicht gesund, so wie es im Moment läuft ist es richtig für mich, und das möchte ich auch so beibehalten.

Hithaus: Mit Ihrem Album „Weiblich, Ledig 40“ im letzten Jahr ist Ihnen der absolute Glücksgriff gelungen. Liegt das an den ehrlichen Texten, oder worin liegt für Sie dieser Erfolg?

Ina Müller: Ja, die Texte sind wirklich klasse, aber ich muss ganz klar sagen, dass der ganz große Glücksgriff sicherlich mein Team mit Frank Ramond und Hardy Kayser ausmacht. Der Frank hat mindestens 300 Anfragen, mit Barbara Schöneberger, Annett Louisan und meiner Wenigkeit hat er genug Powerfrauen um sich. Wobei seine Frau immer sagt, er käme immer ganz fröhlich nach Hause… Nee im Ernst, man muss einfach wissen was man kann, und ich weiß, dass ich zwar Kolumnen schreiben kann, aber Musiktexte zu kreieren so mit Einleitung, Hauptteil, Schluss das ist nicht meins, und da ist Frank wirklich ein Glücksfall. Das gilt übrigens auch für das aktuelle Album “Liebe macht taub“ , wo es auch wieder um ehrliche Erlebnisse und Gefühle geht, die uns eben im Alltag beschäftigen. Ab dem 23.07.08 gehen wir übrigens auf große Tour, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern dieses Mal auch in Österreich und der Schweiz, das freut mich ganz besonders.

Hithaus: Sie haben, mit Verlaub gesagt, eine herrlich große Klappe, was insbesondere uns Frauen anspricht. War das schon immer so, oder hat sich das im Laufe der Jahre entwickelt?

Ina Müller: (Lacht laut)… Tja gute Frage, ich glaube ich rede manchmal einfach so drauf los aus Mangel an Alternativen, aber oftmals ist es auch schlichtweg die Wahrheit und bringt mich dann auch gleichzeitig auf gute Ideen. Ich bin, glaube ich, so. Alles andere würde mich auch langweilen, denn verstellen kann ich mich nicht, ich bin immer geradeaus, und das ist auch gut so.

HITHAUS bedankt sich herzlich bei Ina Müller für das Interview und wünscht Ihnen alles Gute und viel Erfolg.

Artikel vom 16. Juni 2008

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