Helene Fischer - Aus dem Nichts in die erste Schlagerriege

Die Schlager-Kolumne von Christine Kroening

Sie gilt als die Neuentdeckung des vergangenen Jahres. Helene Fischer, sie stürmte mit ihrem Debütalbum „Von hier bis unendlich“ die Charts und seither geht es stetig bergauf, im Leben der hübschen, jungen Frau, die von Erfolgsproduzenten Jean Frankfurter unter die Fittiche genommen wurde.

Auch das neue Album „So nah wie du“ zeigt, dass Helene Fischer´s Erfolgsspur auf keinem Zufall beruht. Wie sie mit dem Erfolg umgeht, welche Zukunftspläne sie hegt, wie sie sich auf ihre erste Solotournee vorbereitet, das erzählte sie mir exklusiv im Rahmen eines Liveauftrittes im sauerländischen Bestwig, - vor einem außer Rand und Band geratenen Publikum.

Christine Kroening: Sie sind die Newcomerin des vergangenen Jahres, und bleiben weiterhin auf der Erfolgsleiter, wie lautet Ihr Rezept dafür?

Helene Fischer: Also ein Rezept in dem Sinne gibt es glaube ich nicht, für mich gilt natürlich erst einmal wirklich auf dieser Erfolgswelle, wie ich sie ja gerade erleben darf weiter zu bleiben, und das ist das schwierige dabei. Man sollte versuchen sich selbst treu zu bleiben, und das auch den Fans zu zeigen, dass man das, was man vertritt absolut ehrlich meint und eben auf der Bühne verkörpert.

Christine Kroening: Inwieweit haben Sie noch Kontakt zu dem Mann, in dessen Sendung Sie Ihren ersten Auftritt hatten, der Ihnen zum Durchbruch verholfen hat, nämlich Florian Silbereisen?

Helene Fischer: Ja, mit Florian das war natürlich ein Segen für mich in seiner Sendung damals auftreten zu dürfen, denn bekanntlich ging es danach so richtig los, und ich bin ihm natürlich sehr dankbar. Es hat mir unendlich viel Spaß gemacht im Anschluss an diese Sendung gleich mit ihm auf Tournee gehen zu dürfen, wo der Bekanntheitsgrad noch mehr wuchs, aber durch meine Auftritte als Solistin mittlerweile sehen wir uns nicht mehr so häufig, aber der Kontakt besteht auf jeden Fall weiter. Im nächsten Jahr werde ich dann auch wieder mit ihm zusammen auf Tour gehen, also sie sehen, man trifft sich schon noch, und es macht mir nach wie vor sehr viel Spaß.

Christine Kroening: Haben Sie bei soviel Erfolg und damit verbundenem verplant sein, überhaupt noch Zeit für Ihr Privatleben?

Helene Fischer: Das ist gerade in diesem Jahr tatsächlich ein Riesenproblem geworden, da wir sehr viele Termine und damit verbundenen Auftritten angenommen haben, und in erster Linie ich selbst aber auch meine Familie, Freunde und Bekannte sehr viel zurückstecken müssen, was aber auch in Ordnung ist. Wenn ich aber mal den Luxus der Freizeit haben darf, dann steht für mich Sport an oberster Stelle, sich so richtig auspowern ist dann einfach gigantisch, oder auch das Gegenteil, nämlich einfach mal die Seele baumeln lassen bei einem guten Buch oder einem Wellnessangebot das genieße ich dann wirklich schon sehr.

Christine Kroening: Auch wenn die männlichen Fans jetzt vielleicht enttäuscht sein werden, haben sie eine feste Beziehung?

Helene Fischer: Ja, da muss wohl meine männliche Fangemeinde jetzt ganz stark sein ( lacht) denn es gibt in der Tat jemanden an meiner Seite, und zwar schon recht lange, sprich auch vor meinem wachsenden Bekanntheitsgrad als Künstlerin. Aber er hält sich doch lieber im Hintergrund und ist eben nicht so gerne präsent, was ich aber auch akzeptiere, ich bin auf jeden Fall sehr glücklich.

Christine Kroening: Sie sind noch sehr jung, droht man da nicht vielleicht manchmal abzuheben, was macht Sie so bodenständig?

Helene Fischer: Der Witz dabei ist, dass ich selber mir noch gar nicht so bewusst darüber bin, dass ich schon recht weit oben angekommen bin in dieser doch sehr schnelllebigen Schlagerwelt. Ich bekomme immer wieder gesagt. Mensch ist das klasse, du gehörst schon zur Elite, und ich denke dann immer, ja, ist das wirklich so? Ich bin eher der Typ, der dann erst einmal abwartet, und denkt, na mal sehen, was in ein zwei Jahren ist, mögen mich die Leute dann auch noch so wie gerade aktuell, es ist nun mal nicht einfach hier wirklich auf Dauer Fuß zu fassen. Und was natürlich auch ganz wichtig ist für die Bodenständigkeit ist der Halt meiner Familie, die immer und immer wieder zu mir hält in allen Belangen, ohne sie wäre alles gar nicht möglich gewesen und ich kann ihnen gar nicht genug Dank aussprechen, was ich hiermit gerne tue.

Christine Kroening: Sie sind auch diplomierte Musicaldarstellerin, warum diese Ausbildung?

Helene Fischer: Na ja, jeder Schüler kennt das Problem sicherlich wenn so die Phase kommt, was möchte ich beruflich einmal werden, und bei mir stand eigentlich schon immer Gesang und Tanz im Vordergrund. Ich habe an AG´S in der Schule teilgenommen und schon da merkte ich, das könnte mein Weg werden. Dann habe ich es mit einem Praktikum im Hotelfach versucht, und fand das so langweilig, dass ich mich entschlossen habe eine Ausbildung als Musicaldarstellerin anzufangen, da dort all meine Vorlieben nämlich Schauspiel, Tanz und Gesang vereint waren, also alles optimal. Ich hatte auch bereits eine Aufnahmebestätigung für Hamburg und Frankfurt in der Tasche, aber wie sich dann plötzlich alles ganz anders entwickelte, dass weiß man ja.

Christine Kroening: Wäre das nicht auch ein Traum als Musicalhauptdarstellerin auf einer Bühne zu stehen, warum haben Sie sich gerade das Schlagergeschäft auserkoren?

Helene Fischer: Das war an sich ja auch genau mein Weg, den ich mir vorgestellt habe, allerdings muss man sagen gerade weil ich noch so jung bin ist es gerade am Theater sehr schwer eine geeignete Rolle zu finde. Man muss sich das so vorstellen, dass sagen wir einmal eine 30-jährige Frau immer noch eine 17. jährige Göre spielen kann, und ich wahrscheinlich die nächsten zehn Jahre echte Schwierigkeiten bekommen hätte eine Rolle zu bekommen, die zu mir gepasst hätte, von daher ist der jetzige Verlauf ein absolutes Geschenk.

Christine Kroening: Sie wurden ja in Sibirien geboren, haben Sie noch Bezug zu ihrer Heimat?

Helene Fischer: Nein eigentlich nicht. Ich war 3 Jahre alt. Als wir unsere Heimat verließen, von daher habe ich sehr wenig Erinnerungen an dort, kann allerdings noch die Sprache und kann sie auch verstehen, vielleicht wäre da job- mäßig auch noch etwas zu machen( lacht).

Christine Kroening: Genießen Sie dort auch so einen Bekanntheitsgrad wie hier in Deutschland?

Helene Fischer: Gute Frage, dass weiß ich ehrlich gesagt gar nicht so genau… Vielleicht sollte ich das mal wieder zum Anlass nehmen meine Heimat aufzusuchen um der Sache vor Ort auf den Grund zu gehen, aber vom Gefühl her würde ich eher sagen nein.

Christine Kroening: Der MDR hat Ihnen einen eigenen Musikfilm „So nah, so fern“ gewidmet, was bedeutet so etwas für Sie?

Helene Fischer: Das war eine ganz tolle Erfahrung für mich, die mich wirklich sehr gefreut hat. Denn der MDR ist ja sehr engagiert in Sachen Schlager und Volksmusik und das ich dann für eine DVD auserwählt worden bin, dass hat mich schon stolz gemacht. Zumal es nicht ein normaler Video Clip war, sondern es entstand eine richtige Handlung mit allem was mir Spaß macht, also Tanzen, Singen und Schauspielen, das war schon klasse.

Christine Kroening: Sie machen sich auch stark für Hilfsprojekte z.B. fahren Sie in Kürze nach Indien für die DWHH, was werden Sie vor Ort tun?

Helene Fischer: Ja richtig, ich fahre nach Indien um mich dort vor Ort über die Lage schlau zu machen und natürlich auch direkt zu helfen für die DWHH. Dafür mussten wir leider meinen Tourneestart verschieben aufgrund der Dreharbeiten, was mir auf der einen Seite sehr leid tut, aber natürlich holen wir die Termine nach, zum Ende der Tour. Aber andererseits konnte ich nicht nein sagen, als ich gefragt worden bin, ob ich Unterstützung leisten möchte und ich keinen Augenblick überlegt habe dies zu bejahen, ich hoffe meine Fans verstehen das. Die Sendung wird übrigens am 18. Oktober im ZDF ausgestrahlt mit Dieter Thomas Heck.

Christine Kroening: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche fielen Ihnen spontan ein?

Helene Fischer: Oh, so ganz spontan , da muss ich echt nachdenken…. Ach, doch ein Pferd würde ich mir wünschen so auf der Stelle! Und was ich mir auch unbedingt vorgenommen habe, ist von zu Hause auszuziehen, ich meine, ich bin jetzt 23 Jahre, da wird es echt Zeit sich zu lösen und eigene Wege zu gehe, doch das wäre mein größter Wunsch. Und der dritte wäre vielleicht, mich dem Gitarre spielen zu widmen. Ich habe das zwar mal versucht zu lernen, aber es fehlte dann an der Zeit, obwohl eine Gitarre kann man ja auch problemlos mitnehmen, ist vielleicht auch nur eine faule Ausrede von mir.

Christine Kroening: Im November startet Ihre erste Solotournee, was erwartet Ihre Fans dort, und wie bereiten Sie sich darauf vor?

Helene Fischer: Darauf freue ich mich wirklich total, aber allzu viel möchte ich natürlich nicht verraten. Ich werde auf jeden Fall eine eigene Band haben, die mich über zwei Stunden begleiten wird, worauf ich sehr stolz bin. Es wird Songs aus meinem aktuellen Album geben, ältere Lieder und ein paar Überraschungen, die ich aber noch nicht preisgeben möchte. Mein Wunsch ist es, dass die Leute am Ende des Abends zufrieden nach Hausen gehen werden, und sagen, es hat sich wirklich gelohnt in jeder Hinsicht zu diesem Konzert gegangen zu sein, dann wäre ich sehr glücklich und auf dem richtigen Weg.

Christine Kroening: Wie wichtig sind Ihnen überhaupt Ihre Fans?

Helene Fischer: Sehr, sehr wichtig! Stellen Sie sich vor, man tritt auf, vor leeren Rängen, das ist der blanke Horror für jeden Künstler. Die Fans wissen sehr viel über mich, sind begeistert bei Konzerten mit dabei, singen alle Songs mit, das ist schon ein irres Gefühl und ich genieß’ das sehr, und bin gerade meinen Fans überaus dankbar. Das sind die Leute, die meine CD´s kaufen, die, wie gesagt, zu Konzerten anreisen, egal wie weit, ohne sie könnte ich einpacken, und der Sache bin ich mir schon sehr bewusst, und deshalb liegt mir jeder Einzelne wirklich am Herzen.

Christine Kroening: Wie sehen ihre Zukunftspläne aus, sowohl beruflich, wie privat?

Helene Fischer: Tja, da sind wir schon wieder bei meinem Wunsch des Umzuges, ich werde wirklich versuchen mir eine schöne Wohnung zu suchen. Dann ist es natürlich wichtig gesund zu bleiben, und ich wünsche mir, dass alles so bleibt wie bisher, sowohl beruflich als auch privat. Allerdings werde ich auch zusehen dass ich im nächsten Jahr ein wenig mehr zurückstecke, weniger Termine wahrnehmen möchte, da dieses Jahr wirklich sehr heftig war, und mein Privatleben doch sehr hinten an stand.

Ich bedanke mich herzlich bei Helene Fischer für das Interview und wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Artikel vom 28. August 2008

Eine Antwort zu “Helene Fischer - Aus dem Nichts in die erste Schlagerriege”

  1. Kalt Rita sagt:

    Mein Tantchen ist grosser Fan von Ihnen. am 27.9. kommen wir an die Veranstaltung. Würde ev. ein Geburtstags-Song drin liegen?Es wäre für Tanti 78 Jahre ein unvergessliches Erlebnis.Natürlich würde auch ich mich freuen und vor allem Ilona 12 Jahre.

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