Freddy Quinn – Junge komm bald wieder
Freddy Quinn wurde am 27. September 1931 in Niederfladnitz Niederösterreich als Franz Eugen Helmuth, Sohn eines Kaufmanns und einer Journalistin geboren. Mit seinem Vater setzte er sich in die USA ab. Dort besuchte dieser die Elementary - School in Morgentown, West Virginia.
Nach dem Zuspruch des Sorgerechtes an die Mutter musste Freddy zu ihr nach Wien zurückkehren, wo er dann die Volksschule besuchte. Er wechselte zwischenzeitlich auch einmal nach Antwerpen kehrte aber nach Wien zurück, wo er dann das Gymnasium absolvierte.
Schon im Kindesalter reiste dieser per Anhalter durch Südeuropa und Nordafrika. In dieser Zeit begann auch sein Leben im Zirkus. In diesem verdiente er sein Geld als Saxophonspieler und ließ sich zum Akrobaten und Seilläufer ausbilden. So verschlug es ihn auch nach Rom, wo er für amerikanische Soldaten Klavier spielte.
Durch Erlangen eines Visums konnte sich, mittels Schiffs, Freddy bis nach Algerien durchschlagen. Zum ständigen Reisegepäck gehörte seine Gitarre. Somit war er in der Lage, in Algerien stationierte Fremdenlegionäre zu unterhalten.
Durch einen Ausbilder dieser Legion bekam Freddy die Möglichkeit, einen Probelehrgang zu machen, den dieser aber nach drei Wochen zu Gunsten des Zivillebens abbrach und kehrte danach nach Deutschland zurück.
Entdeckt wurde Freddy Quinn im Jahre 1954 durch Jürgen Roland und Werner Becker in der Hamburger Washington Bar auf St. Pauli. Beide waren als Talentsucher für die die damalige Plattenfirma Polydor unterwegs.
Seine erste Platte produzierte er allerdings unter dem Namen Frederico Quinn für die Firma Telefunken. Danach legte er 1956 mit dem für Polydor aufgenommenen Titel „Heimweh“, der eigentlich eine B – Seite war, einen Senkrechtstart hin. Dieser wurde der meistverkaufte Titel des Jahres 1956 in Deutschland.
Auf dem Etikett der Schallplatte steht allerdings der Name Freddy, was es damals zum ersten Mal in Deutschland bei einer Plattenproduktion gab. Der Grund dafür war, dass beim Plattenproduzenten niemand wusste, wie Quinn geschrieben wurde.
Da damals Gewinnbeteiligungen für Künstler an Plattenproduktionen noch nicht üblich waren, so erhielt Freddy nur eine Gage für diese Produktion.
In Hamburg begann seine große Karriere, die ihn aber auch zeitweise in die USA auswandern lies.
1956 vertrat dieser Deutschland beim Eurovision Song Contest mit dem Titel „So geht es jede Nacht“. Da in diesem Jahr nur der Siegertitel bekannt gegeben wurde, ist über seine Platzierung leider nichts bekannt.
Freddy feierte mit Titeln wie „Heimatlos“, „Der Legionär“, „Die Gitarre und das Meer“, „Heimweh“, „Unter fremden Sternen“, „La Paloma“ und „Junge komm bald wieder“ zwischen 1956 und 1966 sehr große Erfolge. Damit war er zu dieser Zeit der erfolgreichste Sänger Deutschlands. Im Hintergrund standen zehn Nummer 1 – Hits und insgesamt 23 Platzierungen in den deutschen Top – Ten.
Das Erfolgsrezept dafür waren seine Lieder, die von der See und der weiten Welt handelten. Die melancholischen Inhalte über Abschied, Einsamkeit und Fernweh kamen beim Publikum sehr gut an. Seemannsballaden u. a. komponiert von James Last und Bert Kaempfert trug er mit einer tiefen Baritonstimme vor.
Die Zahl der verkauften Tonträger beläuft sich heute auf über 60 Millionen Stück. Kein deutscher Sänger hatte nach dem Krieg so viele Platz 1 Hits wie Freddy Quinn.
Er zählt damit zu den erfolgreichsten österreichischen Schlagerstars.
Weiterhin spielte Freddy auch in einigen Filmen mit. So u. a. in „Heimatlos“, „Stahlnetz – Der Tode im Hafenbecken“ und „Heimweh nach St. Pauli“.
Sein letzter Nummer 1 - Hit war „100 Mann und ein Befehl“.
Später blieb er trotz fehlender Superhits mit Tourneen, Gastspielen, Fernseh- und Filmauftritten seinem Publikum präsent. Im Jahre 1981 folgte dann ein Auftritt in der legendären New Yorker Carnegie Hall. 17 Goldene Schallplatten hat er bekommen.
Unvergessen sind auch seine Auftritte auf dem Hochseil in der Weihnachtssendung „Stars in der Manege“, für die er den „Zirkus – Oscar“ verliehen bekam.
Für die Zeichentrickserie „Lucky Luke“ sang dieser den Titelsong ein.
Auch im Musical hatte er Erfolge, so mit seiner Hauptrolle in „Große Freiheit Nr. 7“. Von 1993 bis 1994 stand Freddy Quinn bei den Karl – May - Festspielen in Bad Segeberg in der Rolle des “berühmten Westmanns” Sam Hawkins auf der Bühne. Auch in der berühmten Vorabendserie „Großstadtrevier“ spielte Freddy mit.
Im Jahr 1984 bekam Freddy Quinn für seine Verdienste um das deutsche Liedgut das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland verliehen und erhielt den „Goldenen Rathausmann“ der Stadt Wien.
Heute lebt Freddy Quinn allein, nach dem Tod seiner Managerin und Lebensgefährtin Lilli Blessmann am 16. Januar 2008, in Hamburg.
Den Tod seiner Weggefährtin hat er bisher noch nicht überwunden. Laut unbestätigten Presseberichten soll er Lilli Blessmann 1956 geheiratet haben.
Sein Hit „La Paloma“ wurde 2003 zum „Jahrhundert – Hit der Deutschen“ gewählt.
Nur einmal im Jahre 2004 geriet Freddy Quinn in negative Schlagzeilen wegen Steuerhinterziehung.
Seine Hits sind in der Zwischenzeit Musikgeschichte geworden, wie er auch. Freddy Quinn hat die deutschsprachige Musik weltbekannt gemacht und ihr einen positiven Anspruch gegeben.
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