Ein Kessel Buntes - Video

Von Alexander Marcus

Die Fernsehsendung „Ein Kessel Buntes“ war die größte Unterhaltungsshow des DDR - Fernsehen.
Diese wurde Live produziert und kam in den Anfangsjahren aus dem alten, dann aus dem neuen Friedrichstadtpalast, dem Palast der Republik und später auch aus verschiedenen Städten des Landes. Erstmals ging die Sendung am 22. Januar 1972 über den Sender. Damit war der Weg für die beliebteste Fernsehshow der DDR frei. Allerdings sah man einen „Kessel Buntes“ auch im Westen gern. Diese TV – Show beinhaltete außer Gesang auch Tanz, Artistik, Comedy und Small Talk. Das Ziel war es eine Konkurrenzsendung zu den Samstagabendsendungen des damaligen Westfernsehens zu bringen. Dadurch brauchten die Macher dieser TV – Show auf die Produktionskosten keine Rücksicht zu nehmen und konnten somit zahlreiche Stars verpflichten.

Am Anfang moderierten „Die drei Dialektiker“ bestehend aus Manfred Uhlig, Lutz Stückrath und Horst Köbbert diese Show, wurden aber wegen deren Witze später auf Anweisung der Regierung aus der Sendung heraus genommen. Ihre Satire war so politisch, das diese zum Markenzeichen der Anfangsjahre der Sendung wurde. Es moderierten nun in Abwechslung verschiedene Künstler der DDR erfolgreich diese Show. Zum Markenzeichen des „Kessel Buntes“ wurde auch der Countdown mit dem Fernsehballett als Vorspann.

Ein unumstrittener Höhepunkt war in jeder der Gesangsauftritt eines internationalen Stars. So traten Katja Ebstein, Wencke Myhre, Abba, Helena Vondrackova, Karell Gott, Mireille Mathieu und Adamo auf. Stargast des ersten „Kessel Buntes“ war Danyel Gérard mit seinem Hit „Butterfly“. Eine wahre Meisterleistung vollbrachten dabei die Musikverantwortlichen, die es immer wieder schafften, dass die ausländischen Interpreten ihre großen Hits sangen.

Unvergessene Augenblicke des „Kessel Buntes“ sind, die der großen Helga Hahnemann. Bis heute sind deren Auftritte im „Kessel“ ein Dauerbrenner in TV – Wunschsendungen. Wohl kein Zuschauer wird je die Dialogszene mit Alfred Müller als Richter und Helga Hahnemann als Angeklagte im 100. Kessel vergessen, in der unfreiwillig der Hammer des Richters kaputt geht.

Die Moderationen übernahmen unter anderen Petra Kusch – Lück, Dagmar Frederic, Willi Schwabe, Frank Schöbel, Wolfgang Lippert und Karste Speck: Letzterer moderierte auch die letzte Show am 19. Dezember 1992.

Damit ging ein Stück ostdeutsche Fernsehgeschichte zu Ende. Die 100. Sendung von „Ein Kessel Buntes“ war am 23. Februar 1989 ausgestrahlt wurden.

Es war eine der aufwendigsten Fernsehproduktionen des Fernsehens der DDR. Eine TV - Show mit diesem Unterhaltungsspektrum gibt es Heute nicht mehr.

Eines und das muss hier auch gesagt werden, diese Sendung gehörte mit zu allen politischen Maßnahmen zur Befriedigung der Bürger der DDR. Schon längst war aufgefallen, das viele DDR Fernsehzuschauer ihre Antennen auf die Westprogramme ausgerichtet hatten. So groß auch der mediale Erfolg dieser Sendung war, sie konnte den Untergang der DDR nicht verzögern noch verhindern nur deren Alltag etwas aufhellen.

Die Karten für diese Live - Sendung waren „handverlesen“. Nur wenige gingen überhaupt offiziell in den Verkauf. In der Regel wurden diese bestimmten Brigaden in Betrieben und staatlichen Einrichtungen als Auszeichnungen übergeben.

Durch dieses ausgewählte Publikum entstand dann unter anderem auch der Ausdruck „Berufsklatscher“. Es war eine vornehme Umschreibung für das linientreue Publikum. Auch gab es für Live – Sendungen in der DDR eine Zeitverzögerung von einer Minute zwischen Aufnahme und Ausstrahlung, um das Eingreifen der Sendleitung bei besonderen Vorfällen zu ermöglichen. Alle politisch bedenklichen Äußerungen in der Live – Sendung wurden aus der Aufzeichnung für die Wiederholung heraus geschnitten.

Anmerkung: Eine wichtige Hauptrolle spielte in dieser Sendung auch das Fernsehballett. Es diente mit zur Befriedigung der Genüsse der Bevölkerung in der DDR. Dabei standen die mit sehr leicht bekleideten Damen gebotenen Tanzeinlagen im Vordergrund.

http://videos.dcrs-online.com/redaktion/kessel_buntes_story.flv
Artikel vom 2. Oktober 2008

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