Hinweise zu den aktuellen Störungen und Veränderungen bei HITHAUS finden Sie ab sofort hier im Blog

Dirndlwahnsinn im Serben-Knast

Von Katja Dowbrowolnik

Dirndlwahnsinn im Serben-KnastRainer K. ist Privatdetektiv und Volksmusiker. Sogar im ZDF-Fernsehgarten ist er schon aufgetreten, als selbsternannter „Dirndlwahnsinn“. Doch sein jüngster Auftritt ist gar nicht rühmlich. Er musste vor Gericht in München seine Mittäterschaft bei einer brutalen Entführung schildern.

Bis in den serbischen Knast führte ihn seine unglückselige Tat. Dirndlwahnsinn im Serben-Knast !

Rainer K. hatte dem Wirt Sinan geholfen dessen Ehefrau zu entführen, die angeblich eine Millione Euro gestohlen haben soll. Per Handy überwachte Rainer K. die Tat, die allerdings missglückte.

Aus Angst vor der Polizei begab sich Rainer K. auf die Flucht. Sie führte über Österreich und Ungarn nach Serbien. Rainer K. wanderte, trampte, campte, schlief in Scheunen:

„Ich hatte Bergschuhe und Rucksack dabei, sowie 3000 Euro in bar.“ Sonst nichts.

Seine Frau und sein 8jähriges Kind ließ er in Deutschland zurück. Theatralisch berichtet Rainer K.: „Ich schlief nachts nicht, sah mich tagsüber ständig um. Ich wurde paranoid“. Vier Monate kein fester Unterschlupf, vier Monate keine Familie.

Bis nach Belgrad schlug sich Rainer K. durch. Dort stellte er sich schließlich selbst und kam ins Gefängnis: „Wir waren 13 Mann in einer 35-Quadratmeter-Zelle. Es gab keine Fenster, keine frische Luft, dazu Kakerlaken und schlechtes Essen. Ich als Deutscher wurde von Wärtern als Nazi-Sau beschimpft.“

Doch damit noch nicht genug. Weil „Dirndlwahnsinn“ Diabetiker ist und in der serbischen U-Haft keine entsprechende Versorgung erhielt, erlitt er einen Herzinfarkt. Er überlebte nur knapp.

Der Richter hat nicht viel Mitgefühl, weist den Angeklagten daraufhin, dass es ja auch besser gewesen wäre, er hätte sich gleich in der Heimat gestellt.

Das Urteil fällt dann auch nicht gerade milde aus. 28 Monate Haft. Die Untersuchungshaft in Serbien wird „Dirndlwahnsinn“ doppelt angerechnet, bleiben also noch 19 Monate. Rainer K. kam nach dem Urteil frei. Vielleicht wird ihm die Reststrafe sogar noch zur Bewährung ausgesetzt. Dafür will sich zumindest sein Anwalt einsetzen.

Artikel vom 22. Juli 2008

Hinterlasse eine Antwort