Die ZDF – Hitparade
Die Hitparade wurde am 18. Januar 1969 zum ersten Mal gesendet. Sie wurde zur bekanntesten Musiksendung im Fernsehen. Für das Entstehen zeichneten zwei Leute Truck Branss und Dieter Thomas Heck. James Last produzierte im Auftrag des ZDF die Erkennungsmelodie. Diese blieb mit Dieter Thomas Heck bis zum 15. Dezember 1984.
In den Jahren 1985 / 86 kam als Erkennungsmelodie „Connecting Flight“ von Roland Romanelli und 1987 / 88 „The Final Countdown“ der Gruppe Europe zum Einsatz.
Diese Fernsehproduktion galt der deutschen Schlagermusik und deren Interpreten. Durch die „ZDF – Hitparade“ konnte der Deutsche Schlager manche „ruhigen Zeiten“ überwinden. Dazu trug auch ein neues sehr modernes Studiodesign mit bei. Es war in diesem Fall ein rein funktionelles Design ohne übertriebene Kulissenbauten. Somit konnte das Publikum um den Interpreten herum platziert werden.
Die wichtigste und wohl umstrittenste Neuerung stellte allerdings die Forderung nach Live – Gesang zu einem Halb – Playback dar. Dies führte auch dazu, dass bestimmte Interpreten nicht in dieser Sendung auftreten wollten.
Das Publikum konnte am Anfang per Postkarte und später dann per TED abstimmen.
Zusätzlich produzierte man noch Sonderausgaben wie die „Hitparaden – Spitzenreiter“ von 1975 bis 76, ab 1981 „Die Superhitparade im ZDF“ und ab 1983 die „Hits des Jahres“.
Bis auf einige als verschollen geltende Folgen werden diese regelmäßig wiederholt. Des Weiteren sind viele Folgen auf DVD erschienen.
Am Anfang präsentierte Dieter Thomas Heck die „ZDF – Hitparade“ am Samstagabend. Jeder Künstler konnte zweimal nacheinander seinen Titel den Zuschauern präsentieren und sich damit zur Wahl stellen.
Später erweiterte man die Hitparade auch auf ausländische Künstler deren Titel aber einen Bezug zum Deutschen Schlager haben sollte. Auch die „Deutsche Welle“ hielt erfolgreich Einzug in die Sendung. Durchaus durften auch etwas aus dem Rahmen fallende Künstler in dieser Musikproduktion auftreten, so auch Gottlieb Wendehals.
Im Jahr 1982 wurde von der bisherigen Postkartenabstimmung auf TED umgestellt. Somit konnte der Abstimmungssieger noch während der Sendung bekannt gegeben werden.
Dieter Thomas Heck präsentierte 2008 Auftritte in der ZDF – Hitparade.
Mit Viktor Worms als Moderator kam auch das weitere Öffnen dieser Sendung für ausländische Interpreten. Somit konnte dem Fernsehpublikum ein größeres Musikangebot gemacht werden. Wie schon beschrieben musste der Titel einen Zusammenhang zu Deutschland haben. Diese Entscheidung war jedoch mehr als umstritten, da man den ausländischen Interpreten größere Siegchancen zu sprach.
Im Jahr 1990 kam dann Uwe Hübner und das Angebot wurde wieder mehr den Wünschen der Fans des Deutschen Schlagers angepasst. Mit dieser Entscheidung verlor diese Produktion allerdings auch das durch die internationalen Stars gewonnene Publikum.
Uwe Hübner moderierte die Hitparade bis zur letzten Sendung am 16. Dezember 2000. Nach 31 Jahren und 368 Folgen wurde diese erfolgreiche Musiksendung mit den „Hits des Jahres 2000“ eingestellt.
Die „ZDF – Hitparade“ bekam auch einige Auszeichnungen, so die „Goldene Kamera“ 1970, und die „Goldene Europa“ 1973 und den „Award von Record World“ 1972.
Die Titel für die „ZDF – Hitparade“ wurden immer von Media Control ermittelt.
Alexander Marcus von Hithaus meint: Die Hitparade war eine Fernsehproduktion, die zeitweise ein spezielles Musikformat darstellte. Nicht zuletzt musste diese die Tiefen der deutschen Schlagermusik überwinden wenn nicht sogar überwinden helfen. Leider und das muss ich hier ausdrücklich sagen, war Uwe Hübner, die falsche Besetzung für den Moderator dieser Sendung. Er konnte nur bedingt den Part der Brücke zwischen alten und neuen Schlagerfans herstellen! Die Sendung verlor durch seine Art der Präsentation erheblich an Sachlichkeit und man kann es ruhig schreiben, Seriosität. Uwe Hübner protegierte den besonders bei Schlager - Gegnern verhassten Knatscheffekt in die Sendung hinein.
Schon als er zum ersten Mal die Hitparade moderierte, sagte man deren Ende voraus. Zum Untergang hat auch die übernommene, aber für die letzten Jahre, absolut ungünstige Sendezeit, beigetragen.
Mögen die Fans sich gern an deren Glanzzeiten erinnern.
Der Untergang der Hitparade ist nicht zuletzt auch ein Untergang des Wertedenkens der Gesellschaft. Es zeigt den Verfall der Kunst des deutschen Gesanges hin zur anspruchslosen englisch interpretierten Pop – und Rockmusik. Je lauter und inhaltsloser diese Gesangsdarbietungen sind, desto besser kommen diese an.
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